Last Update:
14.11.2018


Star Trek - Raumschiff Enterprise

Am Anfang war »der Käfig«.

Seit wir mittlerweile 5 Star-Trek-Serien haben, heißt »Raumschiff Enterprise« nun »Star Trek - Die Classic-Serie«. Doch wer glaubt, es hat mit Kirk & Co. angefangen, der befindet sich im Irrtum!
Nicht 1966, sondern 1965 kam der erste Pilotfilm heraus, mit dem Titel "Der Käfig". Der Captain hieß Christopher Pike, Die Nummer eins war weiblich und die Story anspruchsvoll.
So ungefähr hatte sich Gene Roddenberry das ganze vorgestellt. Damals schon an Bord: Mr. Spock, seines Zeichens Vulkanier.
Doch welch Frevel: Anspruchsvoll; dazu noch eine Frau in einer Führungsposition! So sollte es bei dem Pilotfilm bleiben, wenn nicht die ganze Geschichte überarbeitet würde.

Nunja; Roddenberry hat es überarbeitet. Das Resultat: Die Classic-Serie.
Geblieben sind vom Käfig nur zwei: In seiner alten Rolle Leonard Nimoy alias Mr. Spock (der jetzt etwas »harmloser« erscheint, weil die Produzenten meinten, in »Der Käfig« würde er zu satanisch aussehen) und in einer neuen Rolle Majel Barret, ehemals die Nummer eins, jetzt Krankenschwester Christine Chapel (verliebt in Mr. Spock; welch ein Zufall…)
Die Nummer eins heißt jetzt auch nicht mehr Nummer eins, sondern Mr. Spock, erster und Wissenschaftsoffizier. Damit wäre Problem eins aus der Welt geschafft: Keine Frau mehr in einer Führungsposition.
Bleibt Problem Nummer zwei: Die Geschichten dürfen nicht so anspruchsvoll sein… nunja, auch das läßt sich bewerkstelligen!
Die Classic-Serie, wie sie letztenendes produziert wurde, war eigentlich nicht das, was Roddenberry haben wollte, doch nichtsdestotrotz war Raumschiff Enterprise ein Durchbruch, auch wenn dies erst Jahre später richtig zum Tragen kommen sollte.

Personen

Die Hauptpersonen der Classic-Serie lassen sich sehr schön in einer Hirarchie darstellen:
Ganz oben steht das Dreier-Verhältnis zwischen Captain James Tiberius Kirk, kühl, besonnen, arrogant, schlägt auch schon mal zu…, Mr. Spock, der Halbvulkanier, der sich der Logik und absoluten Emotionslosigkeit verschrieben hat und Doktor Leonard McCoy, der temperamentvolle Arzt. Kirk bildet hier den Ruhepol für die Haß-Liebe zwischen Spock und McCoy.
Dann folgt der Rest der Brücken-Crew, der Asiate Sulu, der Russe Chekov, die Suaheli Uhura (es ist kaum zu fassen, eine schwarze Frau auf der Brücke, die dazu noch den einen oder anderen anspruchsvollen Text hat) und der Schotte Scotty (der eine innige Beziehung zur Enterprise aufgebaut hat).
Den Abschluß bilden weniger berücksichtige, doch sehr interessante Charaktere, wie die oben schon erwähnte Schwester Chapel, Yeoman Janice Rand, Riley und diverse Crew-Mitglieder in roter Uniform (es sind auch mal welche in gelber Uniform gestorben!).

Klischees

Die Classic-Serie wird gerne irgendwelchen Klischees unterworfen, die zum Teil stimmen, zum Teil auch nicht. Hier werden erstmal einige aufgeführt:
1. In jeder Folge stirbt mindestens ein Crew-Mitglied in roter Uniform (Was den Anschein erweckt, daß man, bevor die Folge zu Ende ist, sagen kann, wer sie überlebt und wer nicht).
2. Es dreht sich nur um Kirk, Spock und McCoy.
3. In jeder Folge sagt Spock „Fasinierend!”
4. In jeder Folge fängt McCoy einen Satz mit „Ich bin Arzt und kein…” an.
5. In jeder Folge sagt McCoy „Er ist tot, Jim!”
Fangen wir mit dem ersten Klischee an: die roten Uniformen. Das ist nur bedingt richtig. Es sterben durchaus auch Crew-Mitglieder in gelben Uniformen, in einer Folge stirbt sogar Captain Kirk (wahscheinlich war er der einzige, den McCoy jemals retten konnte), und es gibt auch Folgen, wo gar keiner stirbt.
Das zweite Klischee: Dem ist nicht so! Nach knapp achzig Folgen Classic Trek kann ich sagen, es werden mehr Charaktere von der Enterprise behandelt, als es sich ein Otto-Normal-Klingone vorstellen kann!
Die dritte Aussage: Faszinierend! Nun, es schein eines der Lieblingsworte von Mr. Spock zu sein, weil es so schön nichts sagend ist. Dementsprechend häufig benutzt er es auch. Er ist aber nicht der Typ, der sich wiederholt; Zitat: „Erstaunlich! Ich wiederhole mich nur ungerne, sonst würde ich sagen »Faszinierend«!”
Nummer vier: Es gibt so einiges, was McCoy nicht ist, und viele dieser Möglichkeiten läßt er uns in der Serie wissen. Aber durchaus nicht in jeder Folge.
Nummer fünf: Es gibt durchaus Variationen: „Er ist tot!” - „Sie ist tot!” - „Sie ist tot, Jim!” - „Dieser Mann lebt nicht mehr!”

Episoden

Nicht jede Folge ist anspruchslos! Es wäre auch sehr bedenklich, bei 79 Folgen. Mein Favorit ist ganz eindeutig »Der Obelisk«, was nichts damit zu tun hat, daß Captain Kirk sein Gedächtnis verliert. Naja, vielleicht ein kleines bißchen… Schließlich macht das den Charakter dieser Folge aus. Diese Folge ist sehr schön dargestellt, wenngleich die Diskussion zwischen Spock und McCoy mal wieder unnötig gewesen wäre. Dafür kann man Chefingenieur Montgomery Scott in heller Verzweiflung sehen, als Spock nach Kirks Verschwinden das Kommando übernimmt. Diese Folge würde ich mit einem »sehr gut« bezeichnen!

Anders sieht es aus mit den »Geisterfolgen«. Es gibt mindestens zehn verschiedene Folgen, in denen Geister, Götter oder andere allmächtige Wesen auftauchen, gegen die die Enterprise-Crew machtlos ist und letztenendes doch gewinnt. Mal ist das ja ganz schön, aber ein Achtel der Gesamtzahl an Folgen?

Zu erwähnen wäre da noch die Folge, die in Deutschland nicht ausgestrahlt wurde: »Schablonen der Gewalt«. Kirk und Co. treffen auf einen Planeten, auf dem sich ein Nazi-Staat entwickelt hat. Bezeichnend ist, daß diese Folge nachträglich synchronisiert und als Video erhältlich ist. Die Synchronsprecher sind die selben, nur die Stimmen sind deutlich älter geworden.

Nichelle Nichols ebnet den Weg

Nichelle Nichols ist die Darstellerin des Kommunikations-offiziers Nyota Uhura. Sie ist eine Frau, sie ist schwarz und sie ist auf der Brücke! Und das in den 60er Jahren! Sie ebnete den Weg für schwarze Schauspieler wie z. B. Whoopi Goldberg. (Zitat von Whoopi als Kind, als sie Raumschiff Enterprise sieht: „Schau mal, Mama, eine Schwarze im Fernsehen, und sie ist kein Dienstmädchen!”) Eigentlich hatte Nichelle aus Star Trek aussteigen wollen, doch dann traf sie auf Martin Luther King. Er erklärte ihr, wie wichtig ihre Rolle für die Schwarzen sei. Nichelle blieb!

Star Trek ohne Lieutenant Uhura wäre einfach undenkbar!

Uniformen:

Da gibt es die roten, die blauen, und die gelben.
Gelb steht für Kommando,
Rot steht für Sicherheit und Technik,
Blau steht für Wissenschaft und Medizin.
Und dann gibt es da noch Kirks Freizeit-Tarzan-Uniform, ein grünes Hemd, das aussieht, als würde man es sich um den Körper wickeln.

Haben Sie schon mal auf die Nits (Fehler) in Star Trek geachtet? Kirk steigt mit der gelben Kommando-Uniform in den Turbolift ein, auf der Brücke tritt er mit der Freizeit-Tarzan-Uniform wieder heraus. Hat er sich im Turbolift umgezogen? (Aus "Der Fall Charlie")
Das ist nur einer von vielen Nits. Die Reihe wird fortgesetzt.

Gerngesehener Feind: Die Klingonen

Schon in der Classic-Serie kommen sie vor: Die Klingonen. Damals noch verschlagen, hinterrücks und unehrenvoll, machen sie der Crew der Enterprise das Leben schwer. Auch die Stirn fehlt noch. Da die Klingonen bei den Fans sehr beliebt waren, wurden sie kurzerhand mit in die neuen Serien übernommen, jetzt in völlig neuem Design: Ehrenvoll, und mit Knitterstirn.
Ob dieser Wandel so gut überlegt war? Wie erklärt sich diese plötzliche Veränderung im Star Trek-Universum…?

Live long and Prosper!

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